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BFS für Pflege Wertheim startet in die generalistische Pflegeausbildung

Wertheim I 29.10.2020

Zum ersten Mal drücken in Wertheim angehende Pflege-Generalisten die Schulbank. Die zum 1. Januar 2020 verabschiedete Reform der Pflegeausbildung veränderte nicht nur den Lehrplan, sondern auch die Berufsbezeichnung grundlegend. 16 zukünftige Pflegefachfrauen und -fachmänner starteten am 1. Oktober in die neue dreijährige Ausbildung.

16 junge Menschen saßen am 1. Oktober erwartungsvoll im Klassenzimmer der Berufsfachschule für Pflege Wertheim. Sie gehören zum ersten Kurs, der in diesen Räumlichkeiten im 2. Stock der Rotkreuzklinik in die generalistische Pflegeausbildung startet. Schulleiterin Martina Zipf und ihr Schulteam begrüßte die angehenden zwölf Pflegefachfrauen und vier –fachmänner aus sieben Nationen herzlich. Um ihnen den Einstieg in die dreijährige Ausbildung zu erleichtern, hatten die „Paten" des sogenannten Mittelkurses jedem Schulanfänger kleine Schultüten gebastelt und einen individuellen „Motivations- und Unterstützungsbrief" geschrieben. Das normal für die Neuen stattfindende Begrüßungsfrühstück gemeinsam mit den Azubis des 2. Ausbildungsjahres musste aufgrund der momentanen Hygiene- und Abstandsregeln ausfallen. Um ihren Patenkindern dennoch den Start zu erleichtern, hatten sie kurzerhand einen Willkommensfilm gedreht, in dem sie sich selbst sowie verschiedene Mitarbeiter der Rotkreuzklinik Wertheim vorstellen. Vom Küchenchef über die Haustechnik, bis zu Pflegefachkräften und Ärzten – keine Berufsgruppe ließ es sich nehmen, auf virtuellem Weg die angehenden Kolleginnen und Kollegen zu begrüßen. Mit einem kleinen Hausrundgang in Kleingruppen endete der erste, aufregende Schultag des insgesamt sechswöchigen Unterrichtsblocks.

Pflegepädagogin Marina Frank freut sich darauf, die Schüler auf ihrem Weg in die Pflegeprofession begleiten zu dürfen. Die Klassenleitung ist begeistert von der hohen Motivation der zukünftigen Pflegefachfrauen und –fachmänner. Sie hofft sehr, dass der sechswöchige Einführungsblock im Präsenzunterricht beendet werden kann, bevor die Azubis in ihren ersten Praxiseinsatz starten. „Neben Theorie und ersten praktischen Pflegetätigkeiten wie Körperpflege oder Mobilisation stehen natürlich Hygiene- und Schutzmaßnahmen auf dem Lehrplan", erklärt Frank. „Es ist uns sehr wichtig, die neuen Auszubildenden bestmöglich auf die breit gefächerten Einsätze in Kliniken, Sozialstationen und Seniorenheimen vorzubereiten", betont Frank, denn durch die Generalistik sind Alten-, Kinderkranken- sowie die Gesundheits- und Krankenpflege jetzt zu einer Berufsausbildung zusammengeführt. „Viele Pflegemaßnahmen finden Anwendung in allen Bereichen. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen der Kinder- und der Altenpflege. Deshalb sind die theoretischen Inhalte breiter gefächert, dafür werden Krankheitsbilder weniger altersspezifisch unterrichtet", schildert Frank eine der Änderungen durch die Pflegeberufereform. „Darüber hinaus ist die neue Berufsausbildung EU-weit anerkannt und erhöht zusätzlich die Attraktivität der Profession, denn sie eröffnet umfassende Einsatzmöglichkeiten in alle Bereiche des Gesundheitswesens", ergänzt Schulleiterin Martina Zipf.